Tag der Freundschaft. 30 JULI. Bolgbeitrag - zum neuen WIR der Zukunftsschneiderei

Zum neuen WIR

Es gibt Momente, in denen wir deutlich spüren, dass etwas nicht mehr passt. Wir verfolgen Nachrichten, hören Gespräche, erleben Spannungen in unserem Umfeld. Vielleicht werden wir wütend. Vielleicht müde. Vielleicht ziehen wir uns zurück, weil wir das Gefühl haben, ohnehin nichts verändern zu können.

Und gleichzeitig ist da dieser Wunsch: Es müsste doch möglich sein, anders miteinander zu leben. In den Gedanken von Günter Kerschbaummayer begegnet mir ein Anliegen, das mich selbst schon lange begleitet:

Was geschieht, wenn wir sie bewusster einsetzen? Wenn aus Unzufriedenheit eine gemeinsame Richtung entsteht? Wenn wir beginnen, uns damit zu beschäftigen, was wir miteinander ermöglichen wollen?


Für mich führt das zu einem neuen WIR.

Im Jahr 2024 entdeckte ich eine Zeitschrift, in der es um das Wir und den Tag der Freundschaft ging. Das genannte Datum fiel auf meinen Geburtstag. Für andere wäre das vielleicht eine beiläufige Übereinstimmung gewesen. Für mich war es ein persönliches Zeichen.

Etwas, das ich schon lange in mir trug, bekam plötzlich Worte: Jeder Mensch kann etwas bewegen. Und wenn Menschen ihre Möglichkeiten zusammenbringen, kann daraus etwas wachsen, das allein kaum möglich wäre.

Doch dieses WIR braucht mehr als einen gemeinsamen Wunsch.

Wenn wir wieder Einfluss nehmen

Wer Veränderungen möchte, begegnet früher oder später seiner eigenen Ohnmacht. Wir sehen Probleme, deren Ausmaß unsere Möglichkeiten übersteigt. Entscheidungen werden getroffen, auf die wir wenig Einfluss haben. Dazu kommen die Anforderungen des eigenen Alltags.

Es wäre zu einfach, einem Menschen in dieser Situation zu sagen, er müsse nur an sich glauben.

Der Glaube an die eigene Wirksamkeit braucht einen Boden. Er wächst dort, wo wir erleben: Mein Handeln macht einen Unterschied. Ich kann ein schwieriges Gespräch führen. Ich kann einer Entscheidung widersprechen. Ich kann jemanden unterstützen, mich mit anderen organisieren oder eine Idee ausprobieren.

Die Welt verändert sich dadurch zunächst an einer konkreten Stelle. Für einen Menschen. In einer Familie. In einem Team. Aber genau dort wird Veränderung erfahrbar.

Auch Wut kann dabei eine Kraft sein. Sie kann uns zeigen, dass eine Grenze überschritten wurde oder dass wir zu lange geschwiegen haben. Entscheidend wird, welchen Ausdruck wir ihr geben. Aus derselben Empörung kann eine Beschimpfung entstehen – oder eine klare Forderung, für die wir gemeinsam eintreten.

Friedlich zu handeln verlangt manchmal große Entschlossenheit. Es bedeutet, Unrecht anzusprechen, Verantwortung einzufordern und Grenzen zu setzen, ohne dem Gegenüber seine Würde abzusprechen.

Ein WIR, in dem Unterschiede Platz haben

Gemeinschaft klingt gut, solange wir uns einig sind. Anspruchsvoll wird sie, wenn jemand anders denkt, anders entscheidet oder unsere Sicht infrage stellt.

Dann zeigt sich, was unser WIR trägt.


Ein neues WIR braucht deshalb die Bereitschaft, sich selbst hinterfragen zu lassen.

Dazu gehört, Unsicherheit auszuhalten und die eigene Wahrnehmung zu prüfen. Ein ungutes Gefühl kann Anlass sein, genauer hinzusehen. Um zu verstehen, was tatsächlich geschieht, brauchen wir außerdem Informationen, Zusammenhänge und manchmal die Geduld, eine schnelle Erklärung wieder loszulassen.

Wir müssen auch nicht in allem übereinstimmen, um gemeinsam zu handeln. Vielleicht teilen wir ein konkretes Anliegen: dass Kinder respektvoll behandelt werden, dass Entscheidungen nachvollziehbar sind oder dass Menschen in einer schwierigen Situation Unterstützung bekommen. Dort kann Zusammenarbeit beginnen.


Was wir beim Wachsen ablegen

Kerschbaummayers Gedanke, dass neues Wachstum auch durch das Ablegen alter Mäntel entsteht, berührt für mich etwas Wesentliches.

Wir verbinden Entwicklung oft damit, mehr zu lernen, mehr zu können und mehr zu leisten. Dabei kann ein wichtiger Schritt darin liegen, eine vertraute Rolle zu verlassen.

Vielleicht die Rolle derjenigen, die immer alles zusammenhält. Vielleicht die Gewohnheit, Zustimmung zu suchen, bevor wir der eigenen Wahrnehmung vertrauen. Vielleicht die Überzeugung, dass unser Beitrag erst zählt, wenn wir genug wissen oder vollkommen sicher sind.

Solche Muster haben häufig einen nachvollziehbaren Ursprung. Sie haben uns geholfen, dazuzugehören oder Konflikte zu vermeiden. Doch irgendwann bemerken wir ihren Preis: Wir sagen Ja und meinen Nein. Wir warten auf Erlaubnis. Wir übernehmen Verantwortung, die wir längst teilen müssten.

Ein tragfähiges WIR braucht Menschen, die sich darin zeigen können. Auch mit einer Grenze, einer unbequemen Frage oder dem Satz: Das kann ich gerade nicht tragen.

Wer sich selbst ständig übergeht, wird auf Dauer kaum frei und offen mitgestalten können.


Zwischen Zuschauen und Mitgestalten

Filme können solche inneren Bewegungen sichtbar machen. In Matrix lässt sich für mich das Bild eines Menschen erkennen, der beginnt, vertraute Annahmen zu hinterfragen und den eigenen Handlungsspielraum zu entdecken. Ich verstehe das als Anregung zur Selbstprüfung: Welche Vorstellungen bestimmen mein Leben? Welche davon habe ich bewusst gewählt?

Einen anderen, sehr greifbaren Zugang zeigt der Film Das Glücksprinzip – Pay It Forward. Trevor stellt seiner Klasse eine Idee vor: Er hilft drei Menschen bei etwas, das sie allein kaum bewältigen können. Diese geben die Hilfe jeweils an drei weitere Menschen weiter. An der Tafel wird sichtbar, wie aus einem einzelnen Beitrag eine wachsende Bewegung werden könnte. Hier kannst du den Filmausschnitt ansehen.

Das Leben folgt keiner verlässlichen Rechenaufgabe. Hilfe wird nicht immer weitergegeben, und gute Absichten reichen nicht in jeder Situation aus. Trotzdem macht die Szene etwas anschaulich: Die Wirkung einer Handlung kann über das hinausgehen, was wir selbst sehen.

Ob wir aus einem Film einen Gedanken mitnehmen, hängt auch davon ab, wie wir hinschauen. Wir können uns unterhalten lassen. Wir können aber ebenso bemerken, wo uns eine Szene trifft, wo sie Widerstand auslöst oder eine eigene Gewohnheit sichtbar macht. Selbst eine düstere Geschichte kann uns helfen, Manipulation, Angst oder Machtmissbrauch genauer zu erkennen. Entscheidend bleibt, was wir daraus für unser eigenes Handeln ableiten.


Dort, wo wir einander begegnen

Für mich beginnt das neue WIR in solchen kleinen, oft unspektakulären Entscheidungen.

Wenn jemand in einem Gespräch nachfragt, bevor er urteilt. Wenn eine Gruppe einen Konflikt anspricht, den bisher alle vermieden haben. Wenn Menschen ihre Fähigkeiten zusammenbringen und eine Aufgabe verteilen, die zuvor an einer Person hing. Direkt zur Aufzeichnung.

Darin liegt eine Kraft, die wir leicht unterschätzen. Sie braucht Menschen, die sich beteiligen, Verantwortung übernehmen und zugleich bereit bleiben, voneinander zu lernen.

Wenn du diesen Gedanken mitnehmen möchtest, schau auf eine konkrete Situation in deinem Leben: Wo wäre gerade ein gemeinsamer Schritt möglich?

Vielleicht gibt es einen Menschen, mit dem du längst ein ehrliches Gespräch führen möchtest. Eine Idee, für die du Mitgestalter suchst. Oder jemanden, dessen Beitrag du bisher übersehen hast.

An einer solchen Stelle kann aus dem Wunsch nach Veränderung eine Erfahrung werden: Wir können miteinander etwas bewegen.

Birgit Poschacher

Angeregt durch Gedanken von Günter Kerschbaummayer, verbunden mit meinen eigenen Überlegungen zum neuen WIR.


ZUKUNFTSSCHNEIDEREI

Birgit Poschacher, GF Zukunftsschneiderei

Birgit begleitet Menschen dabei, Herz und Verstand wieder in Einklang zu bringen und bewusste Kommunikation sowie gelebte Werte in den Alltag zu integrieren. Mit ihrer Fähigkeit, die sichtbare und die feinstoffliche Welt verständlich miteinander zu verbinden, schafft sie Klarheit, Orientierung und neue Perspektiven.

Als Mama von zwei erwachsenen Kindern weiß sie, dass persönliches Wachstum immer im echten Leben beginnt.

Laura Kilchenmann, GF am Campus Zukunft schneidern / BSS

Laura begleitet Menschen dabei, sich wieder mit ihrem wahren Wesen zu verbinden. Mit ihrer medialen Wahrnehmung und tiefen Anbindung an die geistige Welt eröffnet sie neue Zugänge zu Bewusstsein und innerer Klarheit. Gemeinsam mit Birgit entsteht eine besondere Verbindung aus Intuition und Bodenständigkeit.

Als Mama einer kleinen Tochter bringt auch sie ihre eigene Lebenserfahrung mit ein und weiß, wie sehr persönliches Wachstum und Alltag miteinander verbunden sind.

Das gemeinsame WIR – der CAMPUS ZUKUNFT SCHNEIDERN & seine Bewusstseinsschulen

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