Zeit im Wandel - Blogbeitrag Zukunftsschneiderei inkl. einem Blickwinkel von dr. Daniele Ganser zu Krieg und Frieden und dem Gaza

Zeit im Wandel: 10/26 – Weltgeschehen, Bewusstsein und Frieden

Kriege, Proteste und gesellschaftlicher Wandel: Was aktuelle Entwicklungen mit Bewusstsein, innerem Frieden und unserer Verantwortung im Alltag zu tun haben.


Weltgeschehen, gesellschaftlicher Wandel und innerer Frieden: Was haben Kriege, Proteste, Landwirtschaft, unsere Gesundheit und unser persönliches Miteinander gemeinsam? Mehr, als wir auf den ersten Blick vermuten.

Du sitzt am Abend auf dem Sofa. Der Tag ist geschafft, doch im Kopf geht es weiter. Eine Nachricht über Krieg. Bilder von Protesten. Diskussionen über Politik, Wirtschaft, Ernährung und die Zukunft unserer Kinder. Du liest, hörst, scrollst – und fragst dich vielleicht: Was ist eigentlich gerade los? Und was davon betrifft mich wirklich?

Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch aus deinem eigenen Leben. Du funktionierst, erfüllst deine Aufgaben und bemerkst gleichzeitig, dass etwas nicht mehr stimmig ist. Eine Beziehung, in der du dich zurücknimmst. Ein Beruf, der dich nicht mehr erfüllt. Eine Meinung, die du schon lange vertrittst, ohne zu wissen, wann du sie dir eigentlich zu eigen gemacht hast.

Was wir im Außen erleben und wie wir im Inneren damit umgehen, sind zwei unterschiedliche Ebenen. Und doch beeinflussen sie einander.


Wenn Menschen beginnen, Fragen zu stellen

„Viele Themen. Unterschiedliche Perspektiven. Eine gemeinsame Zukunft. Welche Zusammenhänge erkennen wir – und welche Verantwortung tragen wir selbst?“
„Viele Themen. Unterschiedliche Perspektiven. Eine gemeinsame Zukunft. Welche Zusammenhänge erkennen wir – und welche Verantwortung tragen wir selbst?“

in Albanien Proteste, bei denen insbesondere junge Menschen gegen Korruption, hohe Bildungskosten und fehlende Zukunftsperspektiven auf die Straße gehen. Zugleich ist die Auseinandersetzung um ein umstrittenes Tourismusprojekt an der Küste Teil der öffentlichen Debatte. Ein Teil der Demonstrationen ist in Gewalt umgeschlagen. Das Anliegen der Protestierenden zu verstehen, bedeutet nicht, Gewalt gutzuheißen.

Auch anderswo in Europa werden Fragen nach Lebenshaltungskosten, Bildung und politischen Entscheidungen lauter. Die Ursachen unterscheiden sich von Land zu Land. Was sich dennoch beobachten lässt: Menschen möchten gehört werden. Sie möchten verstehen, wer entscheidet, welche Interessen zählen und welchen Einfluss sie selbst haben.

Doch eine laute Stimme allein ist noch kein Beweis für die Richtigkeit einer Aussage. Genauso wenig ist Schweigen ein Beweis dafür, dass alles in Ordnung ist.

Entscheidend wird, ob wir bereit sind, Informationen zu prüfen, verschiedene Perspektiven auszuhalten und auf die Würde der Menschen zu achten.


Krieg, Gaza und die Frage nach unserer Verantwortung für Frieden

In einem Gespräch mit Felix van Frieden spricht der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser über den Krieg im Gazastreifen, den Vorwurf des Völkermords, die Rolle Deutschlands und die Gefahr weiterer militärischer Eskalation. Er äußert deutliche Kritik an politischen Entscheidungen und an der Darstellung dieser Konflikte in den Medien.

Eine seiner Aussagen aus dem bereitgestellten Gespräch lautet:

„Konflikte, aber die können wir nicht mit Gewalt lösen.“

Ganser plädiert dafür, Waffen niederzulegen und konkrete Lösungen zu suchen. Seine Aussagen sind seine politische und historische Einordnung – nicht automatisch eine abschließende Feststellung zu jeder im Interview erhobenen Behauptung.

Gleichzeitig sind die Fragen, die er anspricht, keineswegs nur Meinungen:

Eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kam am 16. September 2025 zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Sicherheitskräfte in Gaza Völkermord begangen haben. Israel weist diesen Vorwurf zurück. Das Verfahren Südafrikas gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof ist bislang nicht durch ein abschließendes Urteil in der Hauptsache entschieden. Auch Deutschlands mögliche völkerrechtliche Verantwortung wird in einem eigenen Verfahren vor dem Gerichtshof behandelt.

Das sind schwerwiegende Vorgänge. Sie verdienen sorgfältige Prüfung statt vorschneller Schlagworte. Menschenrechte gelten für alle Menschen. Das Leid palästinensischer Zivilisten anzusprechen bedeutet nicht, das Leid israelischer Opfer oder die Verbrechen der Hamas vom 7. Oktober 2023 zu übergehen. Kritik an einer Regierung ist nicht dasselbe wie Feindseligkeit gegenüber einer Religion oder Bevölkerungsgruppe.

Wie erkennen wir, wann berechtigte Kritik in die Abwertung von Menschen übergeht? Und wann halten wir aus Gewohnheit an einem Bild fest, obwohl neue Informationen eine genauere Prüfung verlangen?

Das Gespräch enthält schwerwiegende Vorwürfe und politische Bewertungen, die einer differenzierten Betrachtung bedürfen. Doch unabhängig davon, welche Schlussfolgerungen wir daraus ziehen, stellt sich eine grundlegende Frage:

Was braucht es, damit wir Menschen aufhören, Gewalt als Lösung für Konflikte zu betrachten?


Über 2.000 Jahre Menschheitsgeschichte – und wo stehen wir heute?

Diese Fragen sind nicht neu. Der griechische Historiker Thukydides beschrieb vor rund 2.400 Jahren, wie Macht, Angst und Interessen das Verhalten von Staaten prägen können. Besonders sein Bericht über den Konflikt zwischen Athen und Melos zeigt, wie rasch Machtansprüche die Suche nach Gerechtigkeit verdrängen können.

Über die Jahrhunderte veränderten sich Reiche, Grenzen und Technologien. Geblieben ist die Gefahr, Menschen zu Gruppen zusammenzufassen, sie als Bedrohung zu betrachten und ihre Rechte geringer zu gewichten.

Ebenso geblieben ist aber die Fähigkeit, Regeln zu schaffen, Gewalt zu begrenzen und Verständigung zu suchen. Nach den Verbrechen des Zweiten Weltkriegs wurden 1945 die Vereinten Nationen gegründet und 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. In demselben Jahr wurde die Völkermordkonvention beschlossen.

Wir verfügen heute über mehr Informationen als je zuvor. Doch Information allein ist noch kein Urteilsvermögen – und Wissen allein schafft noch keinen Frieden.


Wenn das gewohnte Leben nicht mehr passt

Einen anderen Zugang zu unserer Zeit eröffnet ein Gespräch zwischen Jacqueline und der Berliner Heilpraktikerin, Astrologin und Autorin Caroline Raasch. In ihrem Buch Wie aus Gott Google wurde stellt sie die Frage, woran Menschen sich orientieren und welche Rolle Technik, Leistung und die Verbindung zu sich selbst dabei spielen.

Raasch arbeitet mit der Münchner Rhythmenlehre nach Wolfgang Döbereiner und deutet astrologische Konstellationen als Bilder gesellschaftlicher Veränderung. Sie spricht von einer intensiven Übergangszeit bis Anfang 2027 und weiteren möglichen Wendepunkten in den kommenden Jahren. Das ist ihre spirituell-astrologische Perspektive, keine wissenschaftlich gesicherte Zukunftsprognose.

Interessant ist daran eine Frage, die sich ganz ohne Astrologie stellen lässt: Was geschieht, wenn das, was für uns lange richtig war, plötzlich nicht mehr passt?

Vielleicht war dein Beruf über Jahre eine gute Entscheidung. Vielleicht hast du in einer Partnerschaft lange Verständnis gezeigt. Vielleicht hast du gelernt, stark zu sein, nicht anzuecken und deine Bedürfnisse hintenanzustellen. Und heute spürst du: So möchte ich nicht weiterleben.

Raasch sagt an einer Stelle: „Wir müssen immer die Angst mitnehmen.“ Es kann Mut brauchen, etwas Vertrautes zu verändern. Doch Mut heißt nicht, kopflos alles hinter sich zu lassen. Er kann auch bedeuten, erstmals ehrlich auszusprechen, was längst in dir arbeitet – und dann verantwortungsvoll den nächsten Schritt zu wählen.


Was unser Körper und unser Alltag uns zeigen

Wenn Unsicherheit über längere Zeit anhält, kann sie auch körperlich spürbar werden: Die Atmung verändert sich, Muskeln spannen sich an, Schlaf und Konzentration leiden möglicherweise. Das sind bekannte Zusammenhänge von Stress und körperlicher Reaktion. Nicht jedes Symptom hat aber eine psychische Ursache. Anhaltende Beschwerden gehören medizinisch abgeklärt.

Vielleicht merkst du nach dem Lesen einer Nachricht, dass du den Atem anhältst. Vielleicht führst du nachts im Kopf ein Gespräch, das du tagsüber nicht gewagt hast. Vielleicht bist du nach dem nächsten Streit erschöpft und weißt trotzdem nicht, warum du wieder Ja gesagt hast, obwohl du Nein meintest.

Bewusstsein beginnt hier nicht mit einer großen Theorie, sondern mit einer einfachen Beobachtung: Was passiert gerade in mir – und wie gehe ich damit um?


Landwirtschaft, Ernährung und die Macht kleiner Entscheidungen

Caroline Raasch spricht im Interview auch über Landwirtschaft, Böden, Saatgut und bewussten Einkauf. Ihre grundsätzliche Frage ist alltagsnah: Was unterstützen wir mit den Entscheidungen, die wir Tag für Tag treffen?

Sie betrifft unsere Ernährung, die wirtschaftliche Existenz landwirtschaftlicher Betriebe und den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Landwirtschaftliche Methoden haben unterschiedliche Folgen für Boden, Artenvielfalt, Erträge und Umwelt. Umso wichtiger ist es, pauschale Behauptungen zu prüfen und die tatsächlichen Bedingungen zu berücksichtigen.

Es muss nicht jeder Mensch alles selbst anbauen oder ausschließlich regional einkaufen können. Möglichkeiten hängen von Einkommen, Wohnort und Lebenssituation ab. Aber wir können Fragen stellen: Woher kommen meine Lebensmittel? Wie werden sie hergestellt? Welche Betriebe möchte ich mit meinem Einkauf unterstützen? Was brauche ich wirklich?

Dasselbe Prinzip gilt für unseren Medienkonsum. Jede Nachricht, die wir teilen, jedes Urteil, das wir ungeprüft weitergeben, und jede Diskussion, die wir bewusst anders führen, hat eine Wirkung auf unser Umfeld.


Von der Spaltung zurück in die Begegnung

Im Gespräch über gesellschaftliche Veränderungen formuliert Raasch einen Gedanken, der hängen bleibt: „Ich glaube, Corona hat die Spaltung der Welt offenbar gemacht.“

Das ist ihre Sicht auf die damalige Zeit. Unabhängig davon können viele Menschen nachvollziehen, wie stark Unterschiede in Überzeugungen Familien, Freundschaften und Gemeinschaften belastet haben.

Wir müssen nicht dieselbe Meinung haben, um einander mit Respekt zu begegnen. Wir dürfen zugleich klar widersprechen, Fakten prüfen und Grenzen setzen. Verständnis bedeutet nicht Zustimmung. Frieden bedeutet nicht Anpassung. Und eine ehrliche Begegnung verlangt nicht, dass wir alle Unterschiede auflösen.

Ganser richtet den Blick auf internationale Konflikte und politische Verantwortung. Raasch richtet ihn auf innere Veränderung, Orientierung und Begegnung. Beides sind unterschiedliche Perspektiven – und beide führen zu einer Frage, die uns im Alltag begegnet:

Was tue ich, wenn ein anderer Mensch nicht so denkt, fühlt oder handelt, wie ich es mir wünsche?

Versuche ich, ihn zu überzeugen? Ziehe ich mich schweigend zurück? Mache ich mich klein? Oder kann ich zuhören, meine Haltung klar ausdrücken und dort eine Grenze ziehen, wo sie nötig ist?


Du bist nicht für die Welt verantwortlich. Aber für deinen Anteil.

Die Verantwortung für Kriege, Vertreibung und politische Entscheidungen liegt bei den jeweiligen Akteuren und Institutionen. Kein Mensch muss sich einreden, ein ungelöster Familienstreit sei die Ursache eines weltweiten Konflikts. Und doch hat unser Handeln im eigenen Umfeld Bedeutung.

Vielleicht beginnt dein Beitrag zum Frieden mit einem Gespräch, das du bisher vermieden hast. Mit einem Nein, das nicht verletzen muss. Mit der Bereitschaft, eine Information zunächst zu überprüfen. Oder mit dem Mut, einen anderen Menschen nicht auf seine Meinung zu reduzieren.

  • Wo bin ich mit mir selbst oder einem anderen Menschen nicht in Frieden?
  • Wo will ich unbedingt recht behalten, statt etwas wirklich zu verstehen?
  • Welche Meinung habe ich übernommen, ohne ihre Grundlage zu prüfen?
  • Wo passe ich mich an – und wo versuche ich selbst, Kontrolle auszuüben?
  • Welchen konkreten Schritt kann ich heute gehen, ohne auf die Veränderung anderer zu warten?

Du brauchst darauf nicht sofort perfekte Antworten. Vielleicht ist die erste ehrliche Antwort bereits ein Anfang.

Schau hin. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung. Nicht, um gegen Menschen zu kämpfen, sondern um bewusster mit ihnen zu leben.

Dafür öffnen wir mit der Zukunftsschneiderei Räume: für Fragen, für Klarheit, für unterschiedliche Erfahrungen und für echte menschliche Begegnung.

Denn die Zukunft verändert sich nicht nur durch große Entscheidungen irgendwo auf der Welt. Sie entsteht auch dort, wo wir täglich entscheiden, wie wir miteinander umgehen.

Miteinander. Bewusst. Menschlich.



Quellen und weiterführende Informationen (Stand: 21. Oktober 2026)

Hinweis zur Einordnung

Dieser Beitrag basiert auf eigener Recherche, öffentlich zugänglichen Informationen sowie unterschiedlichen persönlichen und fachlichen Perspektiven. Er dient der Information, Bewusstseinsbildung und eigenständigen Reflexion. Die dargestellten Einschätzungen und Erfahrungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit. Gesundheitliche und körperbezogene Inhalte ersetzen keine medizinische oder therapeutische Beratung.

Wir laden ausdrücklich dazu ein, Informationen selbst zu prüfen, unterschiedliche Sichtweisen einzubeziehen und eigene Erkenntnisse zu gewinnen.


Bild: KI-generierte symbolische Illustration zum Blogbeitrag „Zeit im Wandel“ im Titelbild

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