
Wir alle kennen sie: diese andere Seite in Menschen, die wir zunächst nicht wahrnehmen. Die dunkle Seite, die im Alltag so viele Beziehungen unterminiert, ohne dass man sie beim ersten Blick erkennt. Sie zeigt sich nicht nur in lauten Konflikten, sondern oft in alltäglichen Interaktionen – im ständigen Schuldumdrehen, im Leugnen von Verantwortung, im Manipulieren und Verdrehen von Wahrheiten.
Jeder Mensch hat eine Schattenseite. Die Frage ist nicht, ob sie existiert – sondern: erkennst du deine eigene? Liebst du sie, verstehst du sie oder lässt du sie unbewusst dein Leben steuern?
Eine extreme Ausprägung dieser Schattenseite zeigt sich im Narzissmus. Narzissmus ist nicht mit der Geburt festgeschrieben. Er entsteht nicht durch angeborene Bosheit. Er entwickelt sich daraus, dass bestimmte Verhaltensmuster früh wirken, wiederholt werden und – schlimmer noch – belohnt statt gestoppt werden. Mit der Zeit verfestigt sich daraus eine Taktik, später eine Strategie – und schließlich wird sie zur vermeintlichen Realität. Ein Leben in Illusion.
Warum drehen Narzissten Verantwortung um, als wäre es das Natürlichste der Welt? Warum schaffen sie es, Verantwortung abzugeben, ohne mit der Wimper zu zucken? Warum sagen sie „Ich liebe dich“ und manipulieren dich gleichzeitig? Warum kontrollieren und lügen sie, und warum kommen sie so lange damit durch?
Psychologisch betrachtet verwenden narzisstische Menschen oft Blame-Shifting – eine Technik, bei der Verantwortung auf andere projiziert wird, um das eigene Selbstbild zu schützen und Kontrolle zu behalten. Dabei geht es nicht nur um kindliches Verhalten, sondern um strategische Muster, die früh gelernt wurden:
Je öfter ein Mensch damit durchkommt, desto mehr verfestigt sich diese Strategie – bis sie zu seiner Realität wird.
Du bist nicht dumm. Du bist nicht naiv. Und du hast diesen moralischen Kompass nicht ohne Grund. Dennoch hast du Dinge akzeptiert, die du bei anderen Menschen niemals tolerieren würdest.
Das hat zwei Gründe:
1. Dein System sucht Harmonie.
Unser Nervensystem ist darauf programmiert, Beziehungen, Nähe und Kohärenz zu schaffen. Du willst Verbindung – selbst wenn sie bedroht ist.
2. Sein System sucht Kontrolle.
Ein Narzisst hingegen sucht vor allem Kontrolle, Entlastung und Machterhalt. Zwei Überlebensstrategien treffen aufeinander, und allzu oft gewinnt die destruktive.
Dadurch entsteht ein Muster, in dem du versuchst, Beziehung aufrechtzuerhalten, während die andere Seite emotional geschliffen, charmant und kontrollierend agiert.
Narzissten leben nicht davon, dass andere schwach sind – sie leben davon, dass du Verantwortung trägst, wo sie keine übernehmen wollen. Während du dich selbst hinterfragst und Harmonie suchst, vermeiden sie Verantwortung und geben sie ab. Diese Dynamik führt dazu, dass du länger bleibst – nicht trotz deiner Stärke, sondern wegen deiner Stärke:
Aber das Narzisstische an dieser Dynamik speist sich gerade aus der Verantwortungsvermeidung: Der Narzisst fürchtet die Verletzung seines Selbstbildes, reflektiert kaum und übernimmt keine Schuld.
Viele sehen Narzissmus als Produkt der Kindheit – und ja, frühe Erfahrungen spielen eine Rolle. Aber hier geht es nicht nur um „Verletzung“ oder „Trauma“. Die entscheidende Frage lautet:
Nicht: Was hat diesen Menschen verletzt,
sondern: Was hat bei diesem Menschen funktioniert?
Was wurde nie in Frage gestellt? Was wurde nicht gestoppt, sondern belohnt?
Wenn in der frühesten Sozialisation Lügen, Manipulation oder das Überschreiten von Verantwortlichkeit nicht sanktioniert wurden – wenn Schreien, Überzeugen oder Lautsein die Realität formten – dann lernen Kinder genau das: dass diese Muster wirken. Und sobald diese Muster wiederholt akzeptiert werden, entwickeln sie sich von einer kindlichen Schutzstrategie zu einer erwachsenen Taktik.
Narzissten schaffen es, dich an deiner eigenen Reflexion zu hindern:
Die tiefere Wahrheit ist: Dein Mitgefühl war nicht deine Schwäche – es war dein Anker für Beziehung, Nähe und menschliche Verbundenheit. Und das macht es so schwer, loszulassen
Wahre Veränderung beginnt nicht damit, den Narzissten zu entlarven. Sie beginnt damit, dich selbst neu einzuordnen.
Narzissten entstehen nicht aus Bosheit. Sie entstehen, weil bestimmte Verhaltensweisen funktionierten, weil sie nie gestoppt wurden und weil sie zunehmend als Strategie eingesetzt wurden.
Diese Dynamiken zu verstehen ist kein Angriff, sondern ein Schritt zur Klarheit. Es geht nicht darum zu verurteilen – es geht darum, zu erkennen. Du bist nicht zu lange geblieben, weil du schwach bist. Du bist zu lange geblieben, weil du ** menschlich, empathisch und beziehungsorientiert bist**. Und genau diese Qualitäten machen dich stark genug, um diesen Mechanismus zu durchbrechen.
Zukunft schneidern beginnt JETZT. Lass deine Vergangenheit nicht dein Heute & schon gar nicht deine Zukunft bestimmen. Alles Liebe, deine Birgit Poschacher

Inspirierende fachliche Impulse u. a. aus:
Erkenntnis entsteht dort, wo Erfahrung, Wissen und innere Wahrnehmung sich begegnen.
💥 Hinweis zur Einordnung
Dieser Beitrag dient der Bewusstseinsbildung und Selbstreflexion.
Er beschreibt psychologische Dynamiken und Beziehungsmuster aus persönlicher Erfahrung, Beobachtung und fachlicher Auseinandersetzung mit Kommunikation, Bewusstsein und menschlichem Verhalten.
Er stellt keine medizinische, therapeutische oder psychologische Diagnose dar und ersetzt keine professionelle Beratung oder Therapie.
Wenn du dich in einer stark belastenden oder emotional verletzenden Beziehung befindest, wende dich bitte an entsprechend qualifizierte Fachstellen !
„Unterminieren“ bedeutet, etwas nicht offen anzugreifen, sondern es schleichend von innen zu schwächen. Im zwischenmenschlichen Kontext beschreibt es Prozesse, die leise wirken: Vertrauen, Sicherheit oder Selbstwert werden nach und nach ausgehöhlt – oft ohne einen klar benennbaren Moment. Nicht ein einzelnes Ereignis ist entscheidend, sondern die Wiederholung kleiner Verdrehungen, Relativierungen oder Grenzüberschreitungen, die mit der Zeit Wirkung zeigen. > Unterminierung ist deshalb so schwer zu erkennen, weil sie selten laut ist. Sie geschieht im Alltag – zwischen den Zeilen. Kurz: Unterminieren ist leise Gewalt.
Eine Person macht nicht sich selbst, sondern dich für ihr Verhalten verantwortlich.
Nicht offen, sondern oft subtil. Statt Verantwortung zu übernehmen, wird die Ursache nach außen verlagert.
Typische Sätze sind:
Was dabei passiert:
Du beginnst, dich selbst zu hinterfragen,
während die andere Person keine Verantwortung übernimmt.
Blame Shifting ist, wenn der eine handelt und der andere sich schuldig fühlt.
Nicht, weil es stimmt – sondern weil Verantwortung verschoben wurde.

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